Restaurant Review: das Rubens in Düsseldorf

Düsseldorf bietet viele gute Möglichkeiten jeglicher Preisklassen in Sachen Restaurants. Ebenfalls sind diese Optionen nicht nur Produkt seitig gut, sondern auch extrem vielfältig. Unter anderem bringt die japanische Migration in Düsseldorf viel Exotik und eine gewisse Reiskultur mit sich. Diesmal geht es allerdings in die so hoch respektierte Küche des Alpenlandes Österreich. Das Rubens an der vielbefahrenen Kaiserstraße, verfolgt einen „Nose to Tail“ Ansatz, was nichts anderes heißt, als das die komplette Verarbeitung des Tieres angestrebt wird. Die beiden Gründer Cornelia Stolzer und Ruben Baumgart sind wie Sie sich selbst nennen, „Vollblutgastronomen“ und haben Ihre südsteirischen und norddeutschen Wurzeln mit weiteren internationalen Stationen ergänzt. Auf diesem soliden Fundament lässt es sich Gastronomie betreiben, was durchaus Beachtung findet in einer Stadt, welche über eine hohe kulinarische Dichte verfügt. Zur Auswahl an diesem Samstagabend steht dass a la carte Menu, als auch 4 oder 6 Gänge.

Am Standort angekommen fällt dem suchenden Gast der Eingang durch den Bierpartner „Stiegl“ auf, nach dem Eintritt besteht die Option im Erdgeschoss oder im Keller zu dinieren. Am Tisch sind Mundgroße Tortilla Rauten als amuse bouche eingedeckt. Die kleinen Appetithappen sind für die ganz hungrigen oder um einmal die Zeit zu überbrücken, bis der Service am Tisch ankommt. Hygienisch bin ich davon um ehrlich zu sein kein Fan, da diese bei Zimmertemperatur vorgehalten werden und auch unter dem Einfluss von Speichel direkt vor den sprechenden Gästen platziert sind. Zur Vorspeise, da fällt das Kalbstatar/Schwarzer Knoblauch/Senfeis ins Auge. Optisch sehr akkurat angerichtet mit dem fein geschnittenen Kalb, welches kreisförmig mit einer Quenelle vom Senfeis mittig im Teller platziert wird. Da ist zum einen die Reinheit des Fleisches und die eher markanten Eckpunkte von Säure, durch die Buttermilch. Zudem spielen Nuancen von fermentierten, schwarzen Knoblauch und dem Senf eine gewisse Rolle. Geschmacklich ist dieser Gang einwandfrei und auch bei den Aggregatszuständen (kalt/gefroren) weiß die Küche zu überzeugen. Die Rindssuppe mit Frittaten wird handwerklich sehr gut umgesetzt und ähnelt einer Kraftbrühe. Allerdings sind die Pfannkuchen-Streifen etwas lang geschnitten, diese sollten immer mundgerecht und auf den Löffel passen. Zudem vermisse ich einen Hauch frisch geriebene Muskatnuss, ein Gewürz was zum intensiven Umami und Charakter der Suppe sehr gut passt. Bei der Hauptgang Auswahl fällt die Entscheidung auf leckere, intensiv schmeckende Spinat Kas Knödel mit Pastinaken und Nussbutter, als auch den Klassiker schlechthin das Backhenderl vom Kikok Hähnchen mit Preiselbeeren. Der Schweinebauch mit Topinambur wird begleitet von einer brutal intensiven, fruchtigen und guten BBQ Soße. Als weiteren Hauptgang fällt ganz saisonal die Wahl auf den Skrei mit Sauerkraut, Birne und Blunzn. Der Mix zwischen dem Seafood und einer Blutwurst, zu der immer auch eine gewisse Süße mit der Birne passt, ist eine kreative und gleichzeitig leckere Kombination. Bei den Weinen bleibt man somit auch gleich besser in Österreich. Als Einstieg mundet der 2021er Chardonnay vom Weingut Sax in Langenlois hervorragend. Auch hier waren es ein paar Monate in denen der Wein in gebrauchten 225 Liter Fässern reifen durfte. Er hat einen cremigen Glanz am Gaumen und überzeugt durch eine milde Säure. Als 2ter Wein fällt die Wahl auf den Grüner Veltliner vom Star-Winzer Bründlmayer. Dieser sitzt ebenso im wunderschönen Kamptal an der Donau und produziert mittlerweile seine Tropfen in Bio-Qualität. Den Abschluss in Sachen Rebe macht ein „Rohstoff“ vom Promi-Winzer Hannes Reeh. Es ist ein kräftiger Zweigelt der an charakterstarke Lebensmittel wie Nougat und Beeren erinnert und eine Kreuzung der Blaufränkischen- und St.Laurent Traube ist. Kulinarisch ausklingen lässt man den Abend natürlich und standesgemäß mit dem Kaiserschmarrn. Der ist fluffig, leicht karamellisiert und schmeckt wie im Urlaub!

Fazit:

Persönlich empfand ich, in einem gut gebuchten Restaurant, die Küchenleistung als sehr gut. Leider war der Service nicht auf Augenhöhe. Stets der Eindruck, welcher sich im Verlauf des Abends verfestigte, gestresst, wenig präsent und wenig inspiriert zu sein. Zum Ende hin wurde sogar aufgeräumt für eine anstehende Renovierung. Zum Glück kam noch Chefs Rubens vorbei, mit 2 Flaschen Weißwein und konnte durch seine sympathische Art überzeugen. Unter dem Strich sollte man der Einrichtung eine 2te Chance geben, da die kulinarische Ausrichtung definitiv überzeugt.

https://rubens-restaurant.de/

https://www.bruendlmayer.at/

https://hannesreeh.at/shop/

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