Wein Review: Leclerc Briant Champagne

Die Ausgangslage:

Wer in diese wunderschöne Region kommt und ein wenig Zeit für Degustationen mitgebracht hat, fährt vielleicht einmal bei Leclerc Briant vorbei. In der 67 Chem. de la Chaude Ruelle in Epernay, wird man im hochwertigen Segment definitiv fündig. Wer Charakter starke Schaumweine liebt, teilweise im französischen Eichenholz ausgebaut, ist hier zu 100 % richtig, fernab der großen Marken.

Die Verkostung:

Einmal eingetreten ganz ohne Anmeldung, was nicht ungewöhnlich wäre, umgibt man sich in einem besonderen Haus. In der 3 Etage wo im Restaurant Stil an Tischen verkostet wird, geht es gediegen einher. Zur Auswahl stehen 4 Weine:

  1. der Reserve Brut mit 4.5 g Restzucker pro Liter
  2. der Rose Extra Brut, ein aus 93 % Chardonnay Trauben gekelterter Wein mit nur 3,5 g Restzucker pro Liter
  3. der Rosé de Saignée Extra Brut, mit 4 g Restzucker pro Liter und der
  4. der Grand Blanc, ein 100 % Chardonnay oder auch Blanc de Blanc

Alle Weine und das durch die Bank, erinnern mich in der Nase als auch am Gaumen an feine, extrahierte österreichische Schnäpse. Massiv konzentriert nach Quitte und grünem Apfel nehme ich den Reserve Brut wahr. Der Blanc de Blanc hat die typische Frische eines reinrassigen Chardonnays, mit mineralischen Gewürznoten, die auch einem roten Fleischgang durchaus Paroli bieten können. Der Rosé de Saignée hat so viele schöne Holzfass Töne in sich integriert, dass er mit der Mineralik der Region gepaart ein echter Exot und eine 100% Neuentdeckung ist.

Nach der Degustation geht es noch in den Kreidekeller, ein Blick in die Produktion und 6 Flaschen Reserve Brut finden den Weg in den Kofferraum. Der Blanc de Blanc, sicherlich ein highlight, aber kein Schnapper ist diesmal kein Kauf, dazu gesellt sich noch eine Flasche Rosé de Saignée Extra Brut.

Fazit:

Eine 100% Neuentdeckung, toll begleitet, gut getrunken, aber auch preisliche eher Oberliga. Trotzdem stimmt das Verhältnis zwischen Preis und Leistung! Allerdings tue ich mich schwer mit der Preisgestaltung. So kostet der Rosé Saignée 57 Euro, der Blanc de Blanc schießt mit 195 Euro den Vogel ab. Aber was liegt dazwischen? So viel mehr an Geschmack? Vielleicht ein deutliches Plus an Storytelling, da einige Jahrgänge unter Wasser in kühlen Seen reifen, ob es das dann bringt?

Euer Christian

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