Brasilien/Argentinien/Chile in der alten Lufthansa Business Class

Erster Stop auf dieser Reise ist Buenos Aires. Nach 2006 einmal ein wenig mehr Zeit vor Ort, gepaart mit einem spannenden Verlauf, der diese Reise unvergesslich machen wird. Mit LH 510 auf der blauen Rutsche in der Nase des Jumbos und ohne Sitznachbar, macht den 13 Stunden Flug recht angenehm. Er ist auch der längste Non-stop Flug im Netzwerk der Airline.

Dort angekommen ist die Gegend des Quartiers äussert reizvoll – San Telmo. Geprägt von historischen Altbauten aus dem 19.Jahrhundert und in einer Verbindungslinie mit den Stadtteilen „La Boca“ sowie dem Stadtzentrum. Aber auch durch den Tango, welcher an vielen Ecken ausgelebt wird und den lebendigen Straßenmärkten welche Schmuck, Gemälde und Relikte aus vergangenen Zeiten anbietet.

Weitere Sehenswürdigkeiten die bei einem Besuch der Stadt nicht fehlen dürfen sind:

  1. Plaza de Mayo – Gründungsgebiet der Stadt
  2. Teatro Colon  – atemberaubende geführte Tour
  3. Friedhof La Recoleta – ein Friedhof mit seinen massiven, stolz gestalteten Grabsteinen (Eva Person)
  4. der Obelisk welcher 1936 aus Anlass des 400 jährigen Stadtjubiläums gebaut wurde
  5. und natürlich tolle Gastronomie, wie in den zahlreichen charcutaria´s zum „Rindfleischfestival“ oder ins Cafe „Gran Can Tortoni“ mit seiner tollen Kulisse anno 1858

Nach 2 Tagen geht es per Schnellboot über den Rio de la Plata nach Uruguay. Programmpunkt ist neben Montevideo, Punta del Este, der für südamerikanische Verhältnisse mondäne Badeort, die Villa Casapueblo von Künstler Carlos Páez Vilaró, welcher sich hier auch innenarchitektonisch verewigt hat, sowie die auf dem Weg liegende Festung Colonia del Sacramento.

Der Weiterflug erfolgt vom brandneuen Flughafengebäude via Santiago de Chile nach Punta Arenas, Patagonien.

Bevor es per Bus dort weitergeht Richtung Puerto Natales, steht das Restaurant „Borago“ von Rodolfo Cuzman in Santiago auf der Agenda. Mir gefällt schon damals das die Küche alle Gänge serviert! Wer ist mehr geeignet als der Koch um einen Gang zu erklären? Schliesslich sind es diejenigen welche, die um ihren genialen Meister alle Gerichte entwickelt und finalisiert haben! Der Abend ist unvergesslich. Chilenische, südamerikanische Küche innovativ serviert, mit viel Respekt zu Produkt, Aggregatszutand, Garmethode, Textur und Regionalität. Unabhängig ob in Holzkohle gegartes wachsweiches Ei oder Rindertartar mit regionalen Kräutern, jeder Gang ist an sich ein Erlebnis. Viele der heutigen Küchenheros kommen aus Mittel- und Südamerika und in der Liste der „50 best Restaurants“ erzielen sie mit dem Hintergrund „spanisch-südamerikanisch“, eine hohe Dichte.

Weiter nach Tores del Paine dem Nationalpark. So abgelegen in der Welt ist die Gegend, dass es nach der Busanreise mit dem Auto weitergeht, der Zeitplan ist schliesslich straff.

Meine Anlaufpunkte sind:

  1. Mirador del Grey, wo Eisberge losgelöst vom Gletscher herumschwirren – ich genehmige mir einen Whiskey on the Rocks mit Glacier Ice!
  2. Wanderung zu den Torres, diesen 3 urwüchsigen Gipfeln – das Wetter spielt zum Glück mit.
  3. Bootsfahrt zum Moreno Glacier – hautnah in Verbindung mit dem „ewigen“ Eis

In El Calafate lässt sich südamerikanische Steakware vorzüglich im „La Tablita“ essen. Auf Holzkohle wird gegart mit dem typischen Grillgeschmack wie man ihn so oft in der Region antrifft. Am nächsten Tag ist das Ziel, mit einem Zwischenstopp in Buenos Aires, Sao Paulo. Lan Chile meldet einen Flugausfall, vermutlich sind zu wenige Passagiere gebucht, somit geht es erst 4 Stunden später mit Aerolineas Argentinas weiter. Unabhängig davon landet die Maschine zu später Stund in der argentinischen Hauptstadt, bevor am nächsten frühen Morgen der Weiterflug nach Sao Paulo startet. Zu Besuch bei einem langjährigen Kollegen aus der Airline Catering Branche, der sich unter den Brasilianern als Deutscher integriert hat, reden wir auch über die Airline Industrie und die gesunkenen Qualitäten der Branche. Überall wird dies bestätigt, nur in den Zentralen der Caterer ist es wohl noch nicht so angekommen, da hier die Controller und Zahlendreher den Ton angeben. Da man diese nicht schmecken kann sind die Herren teilweise soweit Weg vom Markt, was sich dann final in der Qualität an Bord widerspiegelt. Nach einem ausgiebigen Asado am Abend stehen die Wasserfälle von Iguazu als weitere Station der Rundreise an. Wenn diese besucht sind werden alle Wasserfälle, außer vielleicht noch den Victoria- und den Niagarafalls, uninteressant!

Meine Reise endet in Rio de Janeiro! Diese Stadt ist nicht zu greifen, eine Metropole welche man erfinden müsste wenn es sie noch nicht geben würde! Wie weit Armenviertel (Favelas) auch in reiche Viertel hingewachsen sind, sieht man selten auf der Welt. Die Lage an der Guanabara-Bucht, eingebetet in die hügelige Landschaft mit ihrem über 700 m hohen Corcovado am Atlantik, ist äusserst reizvoll und ein „must-see“ im Leben eines Reisenden.

Auf dem Rückflug, LH 501, sitzt der Personenschutz von Volker Bouffier neben mir. Er selbst hat den Sitz in der Reihe davor eingenommen. Er ist auf der Rückreise einer Wirtschaftsdelegation, ob das Ticket seiner Frau welche neben ihm sitzt vom Steuerzahler finanziert wurde, wird sich mir nicht erschliessen. Auf gute Geschäfte!

Fazit: Eine Reise für die 3 Wochen gerade richtig waren. Tolle Eindrücke von Natur und Menschen, ihrer Kultur, Kulinarik und Lebenseinstellung.

Safe travels!

Euer

Christian

 

Verpasse keine Neuigkeit
Melde dich jetzt zum CuisineMaster-Newsletter an!

Hotel Review: der Lindenhof 1887 in Lunden

Wer in die Ferienregion Schleswig-Holstein fährt, wird es nicht immer einfach haben ein modernes, zeitgemäßes und günstiges Hotel zu finden. Die Region Husum, plus minus 50 Kilometer, zeichnet sich durch viel Provinz und Tradition aus, welche auch manchmal bedingt modernisiert daher kommt. Der Lindenhof 1887 in Lunden, ein Hotel & Restaurant, hat definitiv diesen turnaround geschafft und bietet bezahlbare Zimmer […]

Review: Von Singapore nach Zürich in First Class

Es kommt nicht jede Woche vor das man als Passagier ganz vorne im Flugzeug Platz nehmen darf. 1 A in einem Langstreckenflieger, der Boeing 777-300er, hat immer noch und trotz mehrmaliger Erfahrung, weiterhin etwas Besonderes. Im Rücken und dies gilt es nicht zu vergessen, sitzen noch weitere 316 Gäste, aufgeteilt in 4 weitere First Class Suiten, 62 Business Class-, 24 […]

Review: die Singapore Airlines First Class Lounge

Wer mit einem Star Alliance First Class Ticket am Changi Airport in Singapore startet, für den geht es in der Regel maximal bequem los. Der Rückflug erfolgt mit Swiss in der ersten Reiseklasse, da die Schweizer Fluglinie keine eigene Einrichtung am Flughafen von Singapore unterhält, wird diese vom Star Alliance Partner Singapore Airlines betrieben. Für den Private Room der Fluggesellschaft […]

Review: die Condoria Lounge Surabaya – Ost Java

Singapore Airlines betreibt am 3 mal täglich angeflogenen Flughafen, in der 2. größten Stadt Indonesiens, keine eigene Facility. Die Condoria Lounge, welche gerade neu eröffnet wurde, ist allerdings für Fluggäste eine gute Location um die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken. Der Eingang befindet sich im Terminal 2 in der 2. Etage hinter der Sicherheits- und Passkontrolle und dem Schnellrestaurant […]

Reise Review: Singapore & Surabaya – Teil 3

Allen guten Dinge sind 3! Es mag sein das dieser Spruch ein wenig aus der Mode gekommen ist, hier und heute feiert er seine Rückkehr. Im letzten Teil geht es um 48 Stunden auf der indonesischen Insel Java. Let´s go! Die Weiterreise nach Surabaya: Startet realtiv früh mit dem privaten Transfer um 6:15, für die 20 minütige Fahrt, welche die […]

Review: Chateau Talbot 2015

Das Weingut: Chateau Talbot verfügt mit 100 Hektar Rebenfläche, auf denen vornehmlich Rotwein angebaut wird. Innerhalb des Bordeaux nennt sich die Appellation Saint Julien, die Rebstöcke sind mit durchschnittlich 50 Jahren für die Region nicht unbedingt alt, das Gut ist klassifiziert nach dem Maßstab von 1855 als 4. Lage und der Wein ist ein Grand Cru Classé. Hauptanteil des Cuveé […]

Kategorien