Wein Review: Tignanello und Coleraine 2016

Beide Weine gehören zu den Aushängeschildern ihrer Länder. Der eine aus der Toskana, Italien, der Coleraine vom anderen Ende der Welt, der Hawkes Bay in Neuseeland.

Der Coleraine vom ältesten ansässigen Winzer des Landes Te Mata, ist ein Bordeaux Blend aus Cabernet Sauvignon (51%), Merlot (47%) und Cabernet Franc (2%). Der Ausbau erfolgte laut Information des Weingutes zu 17 Monaten in französischen Barrique Fässern, hinterlässt erkennbare Noten von Lakritz, Espresso und leichten BBQ Noten auf der Zunge. Hinzu gesellt sich für das Gut und seine Tropfen typische Kirsch- und leicht erdige Noten, die diesen Wein zu einem komplexen leckeren Produkt machen. Eine Lagerung ist bis zu 20 Jahren oder in einzelnen Fällen sogar länger möglich. Da 2016 noch ein recht junger Jahrgang für einen Blend dieser Qualität und der Art des Ausbaus darstellt, empfiehlt es sich zu dekantieren, um ihm mehr an Sauerstoff zu geben. Als Essensbegleiter passt dazu ein herzhaftes Pasta- oder Pilzgericht. Der Wein stellt in Summe eine hohe Qualität dar, ist allerdings noch wenig zugänglich, etwas verschlossen im Aromenspiel und sollte sich mit den Jahren noch weiterentwickeln.

Der Tignanello aus dem Hause Antinori ist in einer Liga für sich und gehört bei den Supertuscans sicherlich zur absoluten Kult-Range. Ein ist ebenfalls ein Cuveé aus der Sangiovese (80%), Cabernet Sauvignon (15%), Cabernet Franc (5%) Traube, welcher unter völlig anderen Bedingungen in der Toskana heranreift. Trinkempfehlungen starten ab 2024 bis 2060 für den 2016er, allerdings nach eine Dekantierung von ungefähr 2-3 Stunden öffnet sich dieser Wein immer mehr und katapultiert den Connoisseur in eine geschmackliche Liga die Träume von Vollendung. Eine elegante Würze, die sich aus den holzigen Tanninen (Barrique Lagerung), Lakritz und Brombeere speist, sind von konzentrierten und intensiv durchgängig hohen Niveau. Er harmoniert ganz hervorragend zu einem Rinderfilet mit getrüffelten Wirsing a la cremé und frischem, roh gehobelten Meerrettich.

Fazit:

Für mich sind beide Weine aus der Kategorie gehoben und auch Weltklasse. Sicherlich ist es in Teilen schwierig den noch unzugänglichen Coleraine zu beurteilen, hier wird es noch Jahre brauchen um das ganze Potential zu schmecken. Der Tignanello aus dem Hause Antinori ist ein ganz starkes Brett, ein Wohlfühlpaket aller erster Güte, vom ersten Zip bis zur letzten Sekunde am Gaumen-Weltklasse! Ein paar mehr davon schlummern noch im Keller und man darf gespannt sein ob er noch besser wird? Robert Parker gibt ihm 97 von 100 möglichen Punkten, die gehe ich so voll mit!

Euer Christian

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