Review: Mit Lufthansa nach München

Von Singapore geht es zurück nach Deutschland. Neben Frankfurt betreibt die Lufthansa einen großen Hub in München. LH 769, ein Airbus A 350-900, verlässt pünktlich das Gate um 22:45, für den 12:30 Stunden Flug nach Europa.

Checkin:

Erfolgt diesmal sehr früh, nämlich 5:30 Stunden vorher in der Food- & Shoppingmall Jewel. Verschiedene Airlines ermöglichen per Self-Checkin das lästige Gepäck loszuwerden und gleichzeit die Annehmlichkeiten dieser phantastischen Einrichtung zu genießen. Alternativ check man im Terminal 2 am Schalter mit einer maximalen Vorlaufzeit von 3 Stunden vorher ein.

Die Lounge und das Boarding:

Wer in Singapore losfliegt und über ein Business Class Ticket oder den entsprechenden Gold Status des Star Alliance verfügt, der hat Zutritt zu den gut geführten und hochwertigen Singapore Airlines Einrichtungen. Die modernisierte Silverkris Lounge ist defintiv ein sehr guter Anlaufpunkt.

Das Boarding verläuft nach Prioritäten, gebuchte Sitzplätze sind 2A und 2C. Da es sich um einen Nachtflug handelt sind diese der Reihe 1 vorzuziehen. Grund dafür ist das direkt davor die Toilette und die Galley sich befindet, somit der Lärmpegel sehr oft höher ist.

Food & Beverage:

Es tut sich was! FOX, also das Future Onboard Experience, ist seit Anfang Mai angekommen und ist ein merklicher postiver Schritt für ein Business Class Produkt, dass einen gewissen Anspruch entsprechen will. Dazu gibt es in der neuen Menükarte auch ein Vorwort vom LH CEO Jens Ritter, der es meines Erachtens gut hinbekommt auch eine persönliche Ebene damit erreichen zu wollen. Davor wird das Coverbild erklärt, alles zum Lollo Bionda im Kontext zu einem Labyrinth, spannend! Aber auch Input zum neuen Geschirr, welches mit der Firma Schönwald produziert wird, informiert und macht Laune auf mehr. Nun aber mal zum Essen. Es gibt ein Amuse Bouche auf Tofu Tikka, Gurken Raita und kandierter Walnuss-ein schöner achtsamer Auftakt der durch aus in die Region passt. Burrata mit Tomate ist eine Bank, aber auch irgendwie schon relativ bekannt. Aber hier ist es ja schließlich noch nicht zu Ende! Hähnchenbrust mit Knobi-Mayo, Riesengarnele mit Jakobsmuscheln und weißer Spargel mit Eier Dressing sind eine gute Auswahl. Die Wahl fällt auf die Muschel und das Krustentier, ist perfekt für ein Flugzeugessen gegart und mit eine wenig Schärfe (Radieschen) und einem Salsa wirklich schmackhaft-toll!

Die Hauptgang Selektion ist ein Kalbsfilet, ein Zackenbarsch oder die Ziegenkäse Ravioli. Das Filet ist top gegart, butterzart, perfekt angerichtet-das hat gehobene Restaurant Qualität.

Auf Grund der späten Abflugszeit, entfällt das Dessert, wobei man theoretisch die Wahl zwischen einer Käseplatte und einem Schokoladen- & Kirsch-Streuselkuchen mit Vanillesoße hat.

Nach einem sehr guten Champagner in der Lounge, hat es das große und wertige Brand von Laurent-Perrier naturgemäß etwas schwer. Wer allerdings leichte, spritzige (Zitrusfrucht) und nicht zu nussig ausgebaute Champagner mag, der ist hier komplett richtig. Alternativ zum Aperitif schmeckt auch der hauseigene Klassiker Avionic, der mit der Ziegler Brennerei in Österreich entwickelt wurde. (Bitterlikör)

Die Weisswein Auswahl ist sicherlich ok, ein Riesling auf Ortswein Niveau vom Weingut Allendorf, ein Chardonnay mit Holz aus Südafrika und ein Sauvignon Blanc aus der Pfalz. Beim Rotwein ist es dann nicht ganz auf Top Niveau, der Cru aus dem Medoc ist aus einem guten Jahrgang, aber mit noch viel Tanninen und wie oft im Flieger recht kalt serviert. Spanien für 8,00 Euro lässt mit dem Volver 4 Meses grüßen, die Farbehaft Airplane Edition aus Portugal ist ein passender Marketing Ansatz.

Die Drinks sind sicherlich eine solide Bank, schade das man aus Singapore raus, nicht auch einen Sling anbietet, aber warum auch wenn man einen Cuba Libre in der Karte findet.

Kurz vor der Landung wird noch ein Frühstück gereicht, dem man anmerkt das auch hier investiert wurde. Die Chia Milchspeise ist herausragend gut, vor allem eine Challenge wenn man an die Konsistenz denkt. Käse und Aufschnitt sind solide, die Brötchen aufgewärmt und der Kaffee kommt leider mit Milchzucker-Granulat an den Sitz.

Der Sitz:

Ist leider immer noch der in die Jahre gekommene! Das ist als Paar sicherlich ganz nett, aber er wird uns noch bis 2030 begleiten. Der Fußbereich ist für einen ausgewachsenen Mann viel zu klein dimensoniert, die mitgegebenen Matratze ist eher ein Art Laken mit wenig bis keiner Polsterung. Der am Fenster sitzende muss bei einem nächtlichen Toiletten Gang erstmal über den Liegenden klettern, ohne zu sehr in den Nahkampf zu gehen 🙂 .

Der Amenity Kid ist für den Level einer Business Class ausreichend, eine etwas sehr klein dimensioniert Zahnbürste ist im Mund etwas rau, eine Augenklappe, Socken, Lippenbalsam und Handcreme von L’OCCITANE sind ein nettes Cobranding. Qualitativ kommt diese Tasche in Summe gut rüber und lässt sich per Reisverschluss schließen.

Fazit:

Das ist mal ein Weg in die richtige Richtung! Essen top, Service am Sitz sehr gut, ruhig und souverän. Der Purser ist an dem Tag nicht sonderlich motiviert sein Team im FOH zu supporten, er dackelt lieber durch die Kabine und begrüßt die Vielflieger. Wir freuen uns auf den nächsten Lufthansa Flug im September nach Toronto, bei dem es den Aufwärtstrend zu bestätigen gilt.

Euer Christian

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