Review: Hué City Tour – Vietnam

Wer das zentrale Vietnam bereist, der sollte nicht nur am Beach faul abhängen, auch wenn das natürlich äusserst verlockend ist. Der Mittelpunkt, jenseits der Pole Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden, ist es wert erkundet zu werden.

Grabstätte des Königs der Nguyen Dynastie

Um 9:00 Uhr morgens startet die private Tour mit der Abholung am Hotel. Es ist durchaus ein längere Fahrt nach Hué City, 1-2 Stunden um genau zu sein. Erster Anlaufpunkt ist die Grabstätte des Königs der Nguyen Dynastie, welche ein tragisches Ende zwischen Macht und Liebe erfahren musste. Das Mausoleum ist entworfen nach lokaler vietnamesischer, als auch französischen Architektur und bietet Einblicke in eine Zeit des Umbruchs, weg von der Kolonialzeit. Es ist eine Kombination von europäischen Stilelementen wie Beton und Stahl, die gepaart wurden mit der hiesigen Kultur aus Drachen und Keramikmosaiken. Die Anlage ist beeindruckend, überhaupt nicht überlaufen, die Temperaturen sind allerdings sportlich im Mai. 32 Grad sind keine Seltenheit, es geht kalendarisch Richtung Sommer, hinzu gesellt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 75%.

Thien Mu Pagoda:

Nach einer ausführlichen Erkundung geht es zum nächsten Stop, Thien Mu Pagoda. Es ist buddihstisches Kloster direkt am Parfüm-River gelegen und bietet einen Panoramablick auf die umliegenden Berge und das Fluss-Delta. Der 21 m hohe Phước Duyên-Turm ist zentral im Eingangsbereich platziert und direkt dahinter präsentiert sich eine kleine Kollektion von Bonsai Bäumen. Die Historie dieser Anlage geht zurück bis ins Jahr 1601, machte aber auch in der jüngeren Vergangenheit Schlagzeilen. Zum Beispiel 1963, als sich ein Mönch vor einem Austin (ein Auto) auf offener Strasse in Saigon verbrannte und damit gegen das Regime protestierte. Dieses Auto steht heute genau hier auf der Pagoda und erinnert eindringlich an die Buddhisten Verfolgung aus den 60er Jahren.

Das Lunch:

Zum Mittagessen geht es zu Madame Thu im malerischen Hué City. Hier wird traditionell vietnamesisch aufgetischt, von leckeren und selbstgerollten Reisblättern, über Reisgelee mit Röstzwiebeln, Knoblauch und Fischsauce. Auch die Reiscracker mit der asiatischen Feige und Sojasauce munden und bieten viel Abwechslung im Geschmack als auch in der Textur. Die Beef-Noodle-Pho ist bei 32 Grad eine Herausforderung, in die Suppe werden neben Salatblättern auch Sojasprossen als knackige Ergänzung hinzugefügt. Essensbegleiter ist ein lokales Lager Bier und den Abschluss eines gelungenen Mittagessens macht die gekühlte Wassermelone. Top!

Kaiserpalast:

Gestärkt ist nun in die historischen Kaiserpalast, Citadel/Zitadelle Anlaufpunkt. Dieser ist von einem breiten Wassergraben ausreichend gegen unwillkommene Gäste geschützt war. Heute sind alle Tore offen und es läuft sich bequem und ohne Unebenheiten in die Residenz hinein. Ganz nach dem Vorbild der verbotenen Stadt der Ming-Dynastie in Peking 1804 erbaut, wird einem der majestetische Lebensstil vor Augen geführt, Luxus wohin das Auge reicht. Schnell wird klar das ist der Nachlass und Zeugnis einer königlichen Kultur und Historie des Landes.

Shopping Mall:

Vor dem finalen Stop geht es auf einen authentischen Markt. Hier warten eingelegte (ungekühlte) Garnelen auf Kunden, es riecht etwas muffelig, aber uns wird versichert das der lokale Kunde auch nach dem Essen wohlauf ist. Eine Shopping Mall darf natürlich auch nicht fehlen, welche die typischen Produkte einer doch dann eher kapitalistischen Welt anbietet. Modern, etwas im Außenbezirk gelegen, mit einem gut sortierten Supermarkt lässt es sich auf einem guten Niveau leben, soweit der Vietnamese sich es leisten kann. Er lebt von durchschnittlich 5000 US-Dollar pro Jahr. Was wenig klingt ist eine rapide Steigerung im Abgleich mit den 90er Jahren, als es noch 100 US-Dollar pro Jahr waren. Das jährliche Wirtschaftswachstum liegt bei 6-7% und man hat sich den Status eines Schwellenlandes erarbeitet. Auf den Straßen kann man diese Dynamik durchaus spüren, es ist stets wuselig, hektisch, aber auch von Tradition weiterhin stark geprägt.

Fazit:

Das sind Eindrücke die nimmt man sehr gerne mit. Ein Volk das so eine Resilienz aufzeigt hat eine großartige Zukunft vor sich. Die Menschen sind freundlich, haben oft ein Lachen im Gesicht, geben einem das Gefühl von Resepkt für die satten und etablierten Europäer. Die Tour war wirklich einwandfrei organisiert, das Mittagessen war authentisch, die Reiseführerin und der Fahrer hatten stets eine perfekte Übersicht, inklusive einem sehr guten Ablauf. Gerne wieder-keep exploring!

Euer Christian

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