Review: Mit Swiss von Zuerich nach Singapore

Die Langstrecke in das geliebte Singapore übernimmt „wie immer“ eine Boeing 777-300er, der Sitzplatz ist direkt hinter der First Class, ein sogenannter Throne-Seat (Einzelplatz) – 4 A. Auch wenn die Bestuhlung in die Jahre gekommen ist, ist sie immer noch besser als auf vielen Fliegern die eine 2-2-2 Anordnung haben. Allerdings gilt es zum Beispiel bei der Reihe dahinter (2-2-1), soweit man am Fenster sitzt, beim aufsuchen des stillen Örtchens auf diesem Nachtflug, über den Sitznachbarn „zu klettern“.

Der im 4. Quartal 2025 noch eingeführte und überarbeitete Service, welcher auf ein mehr an Individualität ausgelegte wurde, ist definitiv von der Theorie her der richtige Ansatz. Dining on demand ist das Stichwort, ein Konzept das manche arabischen Airlines schon länger im Angebot haben, aber wesentilch arbeitsintensiver für die Crew ist. Größter Unterschied, es wird nicht mehr mit dem Essens-Trolley durch die Gänge gefahren und „in einem Rutsch“ die ganze Klasse bedient. Allerdings serviert die Swiss mit der Vorspeise auch gleich den Käse mit. Zudem wird der Getränkeservice noch vom Trolley aus exekutiert, was den Premium Charakter ein wenig schmälert. (Ein Kellner im Restaurant kommt ja auch nicht gleich mit der ganzen Bar an den Tisch 🙂 )

Am Platz angekommen findet man neben einer Wasserflasche auch ein Reiseset für mehr Komfort. Neben einer Zahnbürste, eine Creme für die Lippen, die Hände als auch das Gesicht, beinhaltet dieses Set noch Socken und die Augenmaske fragt man beim Personal an. Vom Prinzip fliege ich gerne mit Swiss, da man schon das Gefühl der Schweiz sehr gut vermittelt bekommt. Mit der neuen Business Class Bestuhlung die in den nächsten Jahren Einzug halten wird, kann man sich auch auf mehr Privatsphäre freuen, die aktuell nicht sehr ausgeprägt ist.

Boarding:

Zuerst boarded immer die First Class und die absoluten Top-Tier (HON) Gäste der Airline, danach die Business, Senatoren und Star Gold Mitglieder. Im Anschluss folgt die Premium- und Economy Class. Am Platz gibt es ein Getränk nach Wahl, diese fällt auf einen guten Non-Vintage Champagner. Die Klassen teilen sich in 8 First Class Suiten, 62 Business, 24 Premium- und 226 Economy Class Sitze ein.

Die Kabine:

Bei der aktuellen Einteilung der Business sind die Reihen 4 und 5 zu bevorzugen, da es in diesem Compartment nur 10 Sitze sind und es deutlich ruhiger zugeht als im großen Abteil mit stolzen 52 Gästen. Da wir früh an Bord sind, gibt es ausreichend Zeit um noch ein paar Bilder der leeren Kabine zu machen. Am Sitz findet man zudem eine Decke, ein Kopfkissen, den Amenity Kid und eine Art dünne Matraze vor, welches zusammen den Flug doch deutlich angenehmer machen wird. In diesem Throne Seat gibt es gute Ablagemöglichkeiten, dass Fussfach ist durch den sogenannten „Bulkhead“ nochmal besonders breit und bietet entsprechend viel Platz. Für die Unterhaltung sorgt das Entertainment System mit Musik und aktuellen Hollywood Kinofilmen. Die Noise-Cancelling Headphones sorgen für einen guten Sound, auch wenn man aktuell, aber dafür in Zukunft, noch nicht seine eigenen Kopfhörer anschließen kann. Ebenfalls findet sich am Platz die Getränke- und Speisekarte.

Food und Beverage (F&B):

Swiss Taste of Switzerland entführt seine Gäste an aussergewöhnliche Orte in der Schweiz, in denen Spitzenköche ihr Handwerk zelebrieren. Ob dieses Niveau auch immer in der Luft den Versprechungen standhält, ist nicht immer gesichert, da auch extrem herausfordernd. Auf diesem Flug, LX 176, kocht Oliver Jean vom Badrutt´s Palace Hotel, welches zu den exklusivsten Adressen weltweit gehört, so beschreibt es die Airline in der Einleitung.

Die Vorspeisenwahl fällt auf die geräucherte Forelle mit Walldorf Salat, Trauben und gerösteten Nüssen. Ein solider Gang und definitiv die richtige Wahl wenn man Sellerie liebt. Dazu gesellt sich ein Glas Champagner aus dem Hause Jacquart – Mosaique Brut nennt sich der Tropfen, sowie ein Tasting des im Holzfass gereiften Chenin Blanc 2024 aus Südafrika. Dieser Wein hat viel grünen Apfel, ein gut balanciertes Säurespiel und viel Frische, trotz des Ausbaus im Holz.

Bevor der Hauptgang aufgetischt wird, erwärmt die Kartoffel-Lauch-Cremesuppe die Seele. Bei der Auswahl für das Gericht, wählt der Business Class Passagier zwischen Kalbsfilet mit Pfeffersoße, pochierten Saiblingsfilets mit Zitronengrassoße und gebackener Süßkartoffel mit Chimichurri und roten Quinoa. Auch wenn das Kalbsfilet wie in den 80er Jahren angerichtet wurde, mit tournierten Karotten, einem Kartoffelstampf aus dem Eisportionierer, schmeckt es wirklich lecker und ist vermutlich aus Versehen untergart, ja sogar bleu. Im Flugzeug ist normalerweise alles schrecklich „totgegart“, ich feier diesen Garpunkt, der bei anderen Gästen wenig Freude hervorruft.

Den Magen schließt eine kleine Käseauswahl die schon mit der Vorspeise eingedeckt wurde und den guten Schokoladen Pralinen „Made in Switzerland“ aus dem Hause Aeschbach Chocolatier.

Nach 6 Stunden Schlaf auf diesem 12 Stunden Flug serviert die Swiss und Ihre gute Crew ein Frühstück, bestehend aus Bircher Müsli, einem Croissant, guten Lavazza Milchkaffee, etwas Käse und Bündner Fleisch. Eierspeisen werden ebenfalls angeboten und können schon vor der Bettruhe auf einer Vorbestellkarte gekennzeichnet werden.

Die Ankunft:

Pünktlich landet die stolze 777-300er auf dem Changi Airport in Singapore. Direkt an Gate nebendran hat schon die Lufthansa angedockt, welche mit einer uralten 747-400 diese Strecke ab Frankfurt bedient. Im Vergleich dazu ist die Swiss und ihre erst 9 Jahre alte triple seven definitiv die bessere Wahl.

Fazit:

Ein guter Business Class Flug ohne besondere Vorfälle. Die Qualität überzeugt, die Crew liefert einen guten Job ab, die Sitze sind etwas altbacken, werden aber im Verlauf der nächsten Jahre, wenn auch spät, ausgetauscht. Gerne wieder!

Euer Christian

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