Wien im Juni – again – und zu Besuch im ParkHyatt

Die Zeiten haben den Blick auf das Reisen völlig verändert. Covid macht es schon eher kompliziert. Bevor man ins ehemalige Kaiserreich einreisen darf, ist ein negativer PCR Test, eine Genesung oder eine Impfung nachzuweisen. Kontrolliert wird wie früher, sprich vor dem europäischen Binnenmarkt. Der Beamte prüft kritisch und winkt dann doch final durch – perfekt!

Nun ja, angekommen geht es mit der S7 und der U3 in das Stadtzentrum, Herberge ist das Park Hyatt in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom oder unserem ersten Anlaufpunkt, einer Institution, dem schwarzen Kameel. Hier gibt es die farbigen Schnittchen, schwungvollen Wiener Service und eine feine Auswahl an Getränken. Bei besten Sommerwetter geht es am Abend zum Figlmüller, zugegeben sehr mainstreamig! Das Produkt ist weiterhin sehr gut und wenn man dem Kellern zur Verständnis gegeben hat, dass man kein klassicher „one-timer“ ist, sprich schon oft in Wien war bzw. auch hier gelebt hat, geht es weniger touristisch zu.  Aufgrund von Covid werden um 22:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt, kein Problem wenn man ein großzügiges Hotelzimmer hat.

Der Tag danach beginnt mit einer feinen Auswahl zum Frühstück in einer von Marmor und Granit geprägten Immobilie. Etwas schlendern durch die Stadt, einem Trinkstop im Museumsquartier, ist kurzweilig und wird gefolgt von einem Mittagessen im Motto am Fluß. Das Motto habe ich ja schon mehrmals erwähnt, auch diesmal schmeckt der Bio-Hamburger ausgezeichnet, die location ist wie immer gut besucht und direkt am Donau-Kanal gelegen. Der Nachmittag gehört etwas der Vergangenheit, ein Ausflug zum Prater und meiner ehemaligen „Wohnecke“ in Wien-Krieau, werden abgerundet mit einem Besuch in der ultra lässigen „Hermanns Strandbar“. Nach einer „Refreshing-Runde“ im Hotel geht es für das Abendessen in den Stadtpark zur Meierei, sozusagen der Brasserie von Hans Reitbauer. Der 2 Sternekoch ist in Wien und weit darüber hinaus eine Institution, wie so vieles hier.  Die Vorspeise von der Schweinswade ist sous-vide gegart mit saurem Gemüse. Der Spargelsalat lässt etwas Innovation vermissen, die knusprigen Sesamcracker sind noch der spannendste Teil diese saisonalen Gerichtes. Der kurzgebratene Maibock mit grünem Spargel mundet ausgezeichnet, genauso wie der Lammrücken mit gebratenen Brokkoli und Erbsenpüree. Der kurzweilige Fußmarsch zurück zum Hotel ist von besten Wetter begleitet und den imposanten Fassaden dieser Traumstadt.

Tag 3 startet mit einem lässigen walk über den Naschmarkt. Wir schauen kurz bei Oliver vom Alt Wien Cafe vorbei, er röstet bis heute unsere Lieblingsbohne, Maranello. Diese ist bio und fairtrade, die Mischung besteht aus 50% Arabica und 50% Robusta, welches in einem Siebträger das bekannt üppige Crema auf dem Espresso produziert-yum! Zum Mittagessen geht es in das Joma, ein Restaurant mit besten Service und sehr guten Essen. Es gehört zum Figlmüller Imperium und ist im Produkt genauso stark, vielleicht sogar noch eine Liga darüber, somit definitiv eine Empfehlung! Der Nachmittag gehört wieder etwas der Strandbar und einer Runde im alten Tresorraum-Pool des Hotels. Abends geht es raus mit der U-Bahn via Leopoldau nach Deutsch Wagram, in den Marchfelder Hof. Auweia sag ich da, der Kellner im Figlmüller meinte er hätte hier das Hochzeitsessen mit seiner Frau gehabt und es wäre sehr experimentell. Mein lieber Ex-Kollege Günter meinte zu Mittag noch: „Ah Ihr geht´s dahin wo die Promis oft gesichtet werden“. Naja wenn man den Laden betritt ist es ein interessanter erster Eindruck, vollgehangen von älteren lokalen „Produkten“, aber auch mit vielen Bildern von Prominenten die hier, in dieser seit 1688 eröffneten „location“, schon verköstigt wurden. Der Service und das Produkt sind solide, doch nicht so wirklich unsers. Nach einer guten Stunde geht es wieder mit Bus und Bahn zurück in die Innenstadt, da schon wieder 22:00 Uhr durch ist, endet der Tag ohne Absacker relativ früh.

Als der Sonntag anbricht kommt schon ein wenig Wehmut auf. Was für eine atemberaubende Stadt! Ob ich dies auch während meiner 3 jährigen beruflichen Zeit immer so gesehen habe, mag ich zurecht bezweifeln. Es ist definitiv ein Unterschied hier zu leben oder nur ein paar Tage Gast zu sein. Heimat bleibt halt Heimat, dies konnte ich schon während zahlreicher Auslandstationen für mich feststellen. Das frühe Mittagessen in der „Feinkosterei“ ist ein Geschenk! Der ruhige Sonntag, die tolle Speisekarte, die Weinauswahl, die excellenten Speisen und der sehr gute Service runden das kulinarische Wien mal wieder ab. Ein letzter Ausflug zum unfassbar schönen Schloss Belvedere, zeigen nochmal eindrucksvoll warum Wien für mich unter die weltweiten Top 10 Städte gehört. In Europa sicherlich sogar unter die Top 5.

Austrian Airlines fliegt solide, mittlerweile ohne kostenfreien Getränkeservice, zurück nach Deutschland und ein unvergessliches Schlemmerwochenende geht leider zu Ende.

Fazit: Es wird vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein, hört sich eventuell strange an, allerdings sind wir Wiederholungstäter aus Überzeugung.

Euer

Christian

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Euer Christian

 

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