Flight Review: Tokyo to London in der JAL First Class

Bei diesem Langstreckenflug der von Japan Airlines ausgeführt wird, geht es um ein erst 1 Jahr altes Produkt. Die Bestuhlung in der First- und Business Class, gepaart mit der Neuausrichtung auf den Airbus A 350-1000, gehört sie zum aktuellen Benchmark wenn es um Top-Qualität über den Wolken geht.

Der Checkin:

Terminal 3 in Tokyo-Haneda ist die mehrheitlich von Japan Airlines betriebene Departure-Hall. Vorbei an den Schaltern geht es zum exklusiven First Class Checkin. Dieser ist ähnlich wie bei Singapore Airlines eine Hotel-Lobby, kein klassiches Desk und keine Computer, einfach nur Ruhe. Zudem als einziger Gast wird man japanisch zurückhaltend begrüßt, die eigens angelegte Security Kontrolle ist innerhalb von wenigen Minuten abgeschlossen und es geht in Richtung Lounge.

Vor dem eigentlichen Flug sind knapp 2 Stunden in der First Class Lounge am Haneda Airport angesagt. Direkt unterhalb dieser Einrichtung befindet sich auch das Boarding Gate, von dem JL 43 nach London Heathrow starten wird. Das Flugzeug ist mit nur 239 Sitzen ausgestattet, weil unter anderem 54 Business Class und nur 6 First Class Suiten verbaut worden sind. Somit bleibt weniger Raum für die Premium und Economy Class, welche 179 Menschen durchaus auch einen angenehmen Komfort bietet. Ein Flieger der bis zu 400 Menschen fasst, aber nur mit maximal 239 Sitzen abhebt, nennt sich in der Branche „heavy premium“, da die vermeintlich teuren Plätze einen überdurchschnittlich großen Anteil ausmachen.

Das Boarding:

Als First Class, Status und Business Class Passagier betritt man die Maschine als einer der Ersten. 2 K ist ein Fensterplatz, es erwartet einen wie auch auf den anderen 5 Plätzen eine Suite, mit einem Sitz der so groß ist das eigentlich 2 Menschen Platz hätten. Eine Schulklasse boarded noch vor allen anderen Gästen, Kinder haben immer den allerhöchsten Priority-Status, was auch gut ist. Freundlich begrüßt die Crew die einzelen Gäste direkt am Platz, schade nur das es kein exklusives Gate für das Premium Klientel an diesem Tag an der ersten Flugzeugtür gibt.

Der Sitz und das Inflight Produkt:

Bei Maßen von 123 cm Sitzbreite, einer Bettlänge von 203 cm und einem Bildschirmdurchmesser von mehr als einem Meter, sind es diese Dimensionen und der aktuelle Trend, wenn Airlines ihre First Class aufmotzen. Auf 2 K sitzend ergibt sich die vorteilhafte Situation das auf dem Gang die gegenüberliegend Suite geschlossen ist, also die dortige Tür auf der anderen Seite liegt. Das ist definitiv in Sachen Ruhe maximal angenehm und man kann sich direkt auf die ausgelegte Speise- und Getränkekarte konzentrieren. Ebenfalls liegt dort ein cooler, trendiger und modischer Kulturbeutel vom Designer Yukihito Okabe, der für seine Malfähigkeiten mit Buntstiften, als auch mit Späne in Japan einen sehr guten Ruf genießt. Neben einer Mundspülung, der obligatorischen Zahnbürste, einer Feuchtigkeits- und Gesichtsmaske, Ohrstöpseln, einem USB Kabel, einem Kamm und Lippenbalm von der Marke Payot aus Paris, ist dieses schicke Designer Teil halt das was man so in einer Ersten Klasse „serviert“, wenn es um den Hygienebereich geht. 

Das Entertainment Programm….

bietet viel aktuelles, von angesagten Hollywood Streifen wie „The Amateur“ oder auch dem „A Working Man“ mit Jason Statham bis zu den spektakulären Außenbord Kameras, mit Blick auf den Boden und über das Heck der Maschine. Ich persönlich bin ein großer Fan der Airshow, also dem Flugweg, der auf diesem Trip zwischen Kamtschatka und Alaska über Grönland nach London führt.

Die Weinkarte:

Japan Airlines arbeitet mit einigen „Drink Advisors“ zusammen. Die Champagnerauswahl ist schonmal auf Weltklasse Niveau-viel mehr geht nicht! Wer die Marke Salon kennt weiß um deren Exklusivität und Produktphilosophie auf allerhöchsten Niveau. Es wird nur in Jahren die für gut genug erachtet werden produziert, somit nicht in jedem Jahr. In 100 Jahren seit Gründung des Hauses sind dies keine 50, hinzu kommt das maximal um die 30000 Flaschen gefüllt werden. Der 2013er Jahrgangs-Saft, ein Blanc de Blanc (100% Chardonnay Trauben), wird im Einzelhandel mit bis zu 1500 Euro brutto pro Flasche gehandelt, ob er dies wirklich wert ist muss jeder für sich entscheiden. Mein Perlwein-Favorit kommt aus dem Haus Bollinger, ebenfalls ein Jahrgangs-Champagner und von 2015, die La Grande Année. Dieser ist von der Struktur doch präsenter als der Salon, Röstaromen aus dem Holzfassausbau, Honig und exotische Früchte im Abgang, machen diesen Tropfen in 10.000 Metern zu einem großartigen Begleiter diverser Speisen.

Die Speisekarte:

Apropos Speisen, der Auftakt beginnt mit einer kleinen Auswahl an Mundhappen. Der Meerrettich-Krebs-Dumpling weiss im Dashi-Soja-Sud eine Duftmarke zu setzten. Die Abalone Muschel mit Gurke und geriebenen Ingwer ist ebenfalls ein geschmacklich als auch von ihrer Konsistenz ein echtes highlight. Neben der Garnele in einer Eigelb-Sauce, dem grillten Tintenfisch mit fermentierten Lotuswurzeln schmecken die grünen Bohnen mit einer leichten Truffel-Sauce herausragend gut. Alles ist sehr gut balanchiert, nichts überpowert, wirklich sehr gut geschmacklich ausgesteuert!

Die Suppe, eine Lotuswurzel-Seeigel, ist so elegant wie die kleinen schwarzen Meerestiere riechen, wenn diese direkt aus dem Salzwasser kommen.

Der nächste Gang wird mir in Erinnerung bleiben, wenn es um hochwertiges Airline-Catering geht. Wagyu Beef, weißer Lauch und Caviar sind ein positiver „Schlag auf die 12“, wenn man es einmal so ausdrücken darf. Das Consomme Geleé on top bietet auf der Zunge dermaßen viel an Umami, schwierig in diesem Segment, 10.000 Metern über dem Meer noch mehr an Geschmack abzubilden.

Soviel zum lokalen Menü. Ein Ausflug in die International Cuisine an Bord von JAL und es folgt ein weiteres Mal Rind, ein Wagyu Filet mit gegrillten Mais. Eine Auswahl an Brotsorten, von Feige-Walnuss, Soyabean Focaccia und Brötchen sind zum gereichten Käse definitiv passend und wertig.

Zum Essen passt neben dem prickelnden Traubenwein, ein sehr guter Premier Cru aus Saint-Aubin von Au Pied Du Mont Chauve, Jahrgang 2020. Auch Deutschland ist mit dem Prestige-Winzer Dr.Loosen von der Mosel vertreten. Das große Gewächs 2022 ist ein „Ürziger Würzgarten“ und somit ein Riesling. Das Rind verträgt am besten einen Rotwein, zum Beispiel ist der 2017er Chateau Lagrange Wein definitiv First Class würdig. Jederzeit kann man nach den Weinen aus der Business Class fragen, auch hier werden bis zu 8 weitere gereicht. Ein japanischer Sake von Zaku, sowie der weltbekannte in Japan hergestellte Whiskey von Hibiki runden dieses „incredible“ gute Lunch ab!

Nach ein paar Stunden der Degustation, aus dem Fenster auf Grönland schauend, Jazz Hollywood Filmen und ein wenig Schlaf in diesem überdimensionalen Sitz, fliegt die Zeit an einem vorbei. Mit knapp 14 Stunden ist der Flug lang, aber in einer so komfortablen Situation sicherlich maximal kurzweilig.

Fazit:

Sicher und pünktlich erfolgt die Landung in London Heathrow. Was für ein Flug! Japanisches Understatement, Produktqualitäten, eine First Class Suite die sich so nennen darf, ein gut gepolsteter breiter Sitz, eine stets saubere Flugzeug Toilette, freundliche Crew, Aussichten die begeistern und nicht zuletzt das F&B Programm, zusammengefasst: WELTKLASSE!

Euer Christian

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