Review: Lei Garden Singapore *

Wie allseits bekannt bietet Singapore eine Vielzahl von guten bis sehr guten Essensmöglichkeiten. Die Hawker Märkte wären einmal zu nennen, locker lässig auf Straßenebene gegrillte Satay Spieße genießen, dazu ein kühles Tiger Bier trinken und in den dunklen Abendhimmel schauen, ein schöner Auftakt!

Diesmal geht es in die Chijmes Hall, ein schöner innenstädtischer Square in dessen Center eine neugotische Kapelle aus dem 19.Jahrhundert steht. Drumherum haben sich ganz Singapore Style Geschäfte und Bars, aber auch gute Restaurants angesiedelt, so wie das Lei Garden. Die hier zelebrierte kantonesische Küche ist dem Guide Michelin, durchgängig seit 2016 einen Stern wert. Das Ambiente ist europäisch und bettet sich ganz in den kolonialen Baustil des Gebäudes ein. Etwas überraschend werden die Menükarten mit einer Folie überzogen den Gästen gereicht. Die Tische sind ganz klassisich eingedeckt und sind gefühlt auch bei 2 Personen eigentlich für 8 gedacht.

Auftakt macht ein Duett von Dims Sums, 2 mundgerechte in ihrer Textur unterschiedliche Formate, die beide vegetarisch sind. Das Thema „Reis“ ist der Aufhänger, zum einen als Reismehl und zum zweiten als Reiskorn, das auch auf dem Bild noch klar erkennbar ist. Beim Reismehl Dim Sum kommt sehr viel Handwerklichkeit auf den Teller, beide sind harmonisch im Geschmack und doch unterschiedlich im Erlebnis.

Die Suppe welche das Huhn als Basis hat, überzeugt mit viel Umami und ist sehr schön klar gehalten. Die Farbe imponiert, die Einlage an Gemüse ist sehr großzügig bemessen.

Im Anschluss serviert das Restaurant eine süß-sauer glasierte Jakobsmuschel mit grünem Spargel. Sicherlich lecker aber ohne eine gewisse Überraschung.

Der knupsrig und Honig-Soja lastige „Grilled Mountain Patin Fisch“ ist ein Raubwels aus den Bergflüssen Malaysias. Die Salatgarnitur erinnert ein wenig an alte 80er Jahre Cuisine, ohne das natürlich despektierlich zu meinen.

Gang 5 ist ein Kurobuta Pork mit schwarzer Pfeffersauce. Kurobuta steht für eine japanische Hausschwein-Rasse, die durch eine feine Marmorierung im Rohzustand besticht und als das Wagyu des Schweinefleisch gesehen wird. Die Pfeffersoße hätte ein wenig mehr an Intensität gebraucht, da das natürlich Umami im Schweinefleisch durchaus geringer ausfällt als beim Rind.

Beim nächsten Gericht stellt sich mir die Frage ob man dafür ein Restaurant braucht. Der Fried Rice ist sicherlich eine Legende in Südost Asien, gern wie hier zusammen mit Garnelen und Eiweiß, aber in einem Sterneladen? Nur gut das noch ein wenig Sojasoße auf dem Tisch steht und etwas rote Chilipaste, um „das Ding“ mal ein wenig upzugraden.

Den Abschluss macht eine gekühlte Aprikose mit Coconut und brasilianischen Sesam. Kindheitserinnerungen kommen auf, die Dosenaprikose lässt grüßen.

Der Wein ist übrigens ein Tropfen aus Neuseeland und besticht mit viel Frische, tropischen Fruchtnoten.

Fazit:

Das war sicherlich nicht das beste oder schlechteste Lunch, allerdings doch ein wenig enttäuschend. Es gibt auch noch weitere Menüs im Angebot, oft aber mit der in der Region so beliebten Haifischflosse. Da der Guide Michelin noch viele schöne Restaurants in Singapore bereithält, wird es beim nächsten Besuch bestimmt eine andere Einrichtung werden.

Euer Christian

https://leigarden.hk/branch/chijimes

Verpasse keine Neuigkeit
Melde dich jetzt zum CuisineMaster-Newsletter an!

Review: Hué City Tour – Vietnam

Wer das zentrale Vietnam bereist, der sollte nicht nur am Beach faul abhängen, auch wenn das natürlich äusserst verlockend ist. Der Mittelpunkt, jenseits der Pole Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden, ist es wert erkundet zu werden. Grabstätte des Königs der Nguyen Dynastie Um 9:00 Uhr morgens startet die private Tour mit der Abholung am Hotel. Es ist durchaus […]

Review: Mandarin Oriental in Singapore *****

Es geht für weitere 2 Nächte nach Singapore! Es warten weitere leckere Speisen, zum Beispiel die so beliebten Dim Sums. Aber auch das Mandarin Oriental weckt eine gewisse Vorfreude. Die legendäre Marke betreibt ihre Häuser rund um die Welt, so auch eines im Tiger-Staat. Checkin und die Zeit zwischen Anreise und Bett: Erfolgt nach der effizienten Anreise vom Changi Airport […]

Review: Syrah 2017 Weingut Rings

Seit einigen Jahren liegt dieser vermeintlich feine Tropfen im Keller. Diverse Quellen geben das ideale Zeitfenster für den vollendeten Genuss bis 2034 an. Der Verzehr dieses Traubensaftes erfolgt ohne dekantieren und ohne eine lange Vorlaufzeit „zum Luft holen“, also dem Öffnen der Flasche mit bis zu 1 Stunde vor Konsum. Der Syrah aus Rheinhessen vom Weingut Rings wird im Barrique […]

Review: Banyan Tree Lang Co *****

Die Ausganslage: Wer in das populäre Vietnam reist, hat sicherlich nicht nur die traumhaften Strände als Anlaufziel Nummer 1. Da fällt dem selbst nicht so erfahrenen Traveller die Ha Long Bucht oder das Mekong Delta ein. Etwas weiter unten im Ranking kommt dann aber schon Zentralvietnam. Ziel für Flugreisende ist der Airport in Da Nang, ein sauberer und recht moderner […]

Wein Review: Chateau MARQUIS D`ALESEME

Dieser Tropfen ist eine Entdeckung während eines Champagne Besuchs im Monat April. Im Gabrielle in Reims speist man nicht nur gut, sondern hat noch einen tollen Blick auf die Kathedrale. Zudem leistet man sich einen Sommelier, der seinen Gästen Tropfen auch jenseits der Champagne empfehlen kann. Diesmal ist es zum Rinderfilet Rossini ein Bordeaux, zugegen auch gleichzeitig einer meiner Lieblings-Cuvée´s. […]

Review: Mit Scoot nach Da Nang – Vietnam

Es ist Mai 2026 und Süd-Ostasien liegt weiter sehr hoch im Kurs. Mit Swiss ging es nach Singapur, nun folgt der Weiterflug ins Strandparadies in Vietnam. Storyline: Zum Start mal ein paar Basefacts! Scoot ist ein Ableger von Singapore Airlines (SQ), und das Fluggerät aus dem Hause Airbus, ist eine A 321-neo. Scoot betreibt 9 dieser Modelle mit einem durchschnittlichen […]

Kategorien