Reise Review: entspannte Tage in Hermanus

Südafrika ist bei vielen Menschen in den nördlichen Breitengraden hoch populär. Das hat mehrere Gründe und alle sind relativ leicht nachvollziehbar. Zum einen bietet das Land, vor allem rund um Capetown, Stellenbosch und Hermanus im nordeuropäischen Winter einige Sonnenstunden und milde Temperaturen. Außerdem und gerade wenn man „nur“ 2 Wochen hier verbringt, sind die gleiche Zeitzone ein Vorteil beim Einleben. Nach gut 11 Stunden Flug steigt man hier direkt in den Tag wieder ein, den man verlassen hat.

Wer von Capetown und den schönen Seiten dieser herrlichen Stadt nach Osten fährt, kommt zwangsläufig in die traumhafte Weinregion in und um Stellenbosch. Winzer aus aller Welt finden hier hervorragende Bedinungen um frische Weissweine und exotische, beerige Rotweine zu produzieren. Die Winter sind mild und nicht zu Niederschlagsreich, die Sommer tendieren dazu trocken zu sein, was die Trauben ideal reifen lässt.

Hermanus ist noch weitere 1:30 Stunden entfernt, die Fahrt geht über den eindrucksvollen Sir Lowry´s Pass, der auf gut 450 Metern seine Krone hat und auf dieser Höhe eine traumhafte Aussicht hinunter in die Gordon´s Bay garantiert. Aber Achtung wer hier aussteigt sollte sich nicht von den Baboons überraschen lassen. Diese in Teilen doch recht aggressiven Affen können auch einzelne Menschen angreifen und dies sollte man möglichst vermeiden, die Tollwut lauert auch in hiesigen Regionen. Übrigens ist das Füttern offiziel auch nicht erlaubt und natürlich spekulieren diese Tiere auf eine kostenfreie Mahlzeit, wenn Menschen hier Station machen.

In Hermanus angekommen geht es zuerst in das Quartier. Herberge der Wahl ist das The Marine Hotel direkt an der Felsenklippe mit seiner 123 jährigen Geschichte. Wo heute das Hotel steht, die Wege in den Ort sind sehr kurz, waren früher noch ganz normale Weidewiesen. Berühmte Gäste machten hier schon Station, zum Beispiel Brad Pitt oder Princess Alice, Countess of Athlone. Im alterwürdigen Gebäude hängt eine Schiffsglocke, die immer dann geschwunge wird wenn Wale gesicht werden. Von Juni bis Oktober ist die Bucht ein Ruheort für die Tiere aller Art, hier verbingen diese den antarktischen Winter und machen mit Besuchern aus aller Welt Kontakt. Das naheliegende Museum dazu bietet ein wenig an Informationen zur vielfältigen Meeresbiologie, die man vorfindet und der Eintritt ist mit 1,50 Euro auch sein Geld wert.

Vom Marine Hotel sind es gut 5 Kilometer zum Grotto Beach, eine Wanderung die sich lohnt. Der Ausblick auf den tosenden indischen Ozean ist gepaart mit viel Wind und einem guten Gefühl von Freiheit. Vorbei an Golfplätzen, traumhaften Häusern mit dem entsprechenden Meerblick,  gelangt man schliesslich zum Grotto, wo eine coole Lunch-Location ordentliches Sushi auf die Teller bringt. Das Dutschies  lädt zum Verweilen ein, gern auch über mehrer Stunden, in denen man so manches Glas Wein mit Blick auf den Strand ultra-relaxt zu sich nimmt. Zwischendurch ist eine Abkühlung im Meer möglich, aber das Wort Abkühlung kann man hier wirklich sehr ernst nehmen. Der indische Ozean ist so dermaßen kalt das wirklich nur die mutigsten den Sprung in das kühle Nass wagen.

Hermanus bietet auch gastronomisch viel Abwechslung. Eine absolute Empfehlung ist das Char´d, wo luftgetrocknetes Rind perfekt gereift auf der Zunge wie Butter schmilzt. Auch das The Marine Hotel hat 24 Stunden am Tag gute Mahlzeit im Köcher, der Ausblick von der Terrasse ist Preis verdächtig, die frische Seeluft macht sowie jeden Gast ein wenig dauerhungrig.

Wer auf der Suche nach Souvenirs ist, der wird sicherlich in einigen der zahlreichen Galerien fündig. Bunt gemalte Bilder in jeglicher Größe mit landestypischen Motiven inspirieren. Hinzu gesellen sich Straßenhändler, welche die berühmte Walflosse als geschnitzes Holz oder aus Granit anbieten.

15 Minuten mit dem Auto entfernt kann man auch das nächste Weinanbaugebiet besuchen. Hemel-en-Aarde ist mit seinem Mikroklima ideal für den Anbau von Spätburgunder als auch den Chardonnay. Mit dem Weingut Hamilton Russell findet man einen Vertreter der in der Historie immer sehr buttrige und im Holz ausgebaute Chardonnay Weine produziert hat. Dies hat sich maßgeblich verändert. Vor der Abreise hatte ich die Möglichkeit den 2022er zu verkosten, dieser integriert die Mineralität eines klassischen Chablis mit der reduzierten Note eines Barrique Fasses. Diesen Eindruck findet sich dann auch im 2023er Jahrgang, der gerade auf die Flasche gekommen ist. Der Winemaker bestätigt mir diesen Ansatz und den Eindruck, dass man schon vor gut 8 Jahren einen neuen Weg im Ausbau eingeschlagen hat, weg von der typischen charakteristischen und buttrigen neue Welt Chardonnay Note.

Fazit:

Hermanus ist eine traumhaftes Fleckchen Erde. Jederzeit fühlt man sich hier sicher. 6 Tage im Marine Hotel sind sehr erholsam. Gepaart mit der vielen salzigen Meerluft, guten Essen, so einiges an Abwechslung und Aktivitäten, erfreut sich die Region einer maximalen Beliebtheit. Die Wahrscheinlichkeit nochmal hierher zu kommen, vielleicht auch als Reise durch die berühmte Garden Route, ist sehr hoch.

Euer Christian

Verpasse keine Neuigkeit
Melde dich jetzt zum CuisineMaster-Newsletter an!

Reise Review: Singapore & Surabaya – Teil 3

Allen guten Dinge sind 3! Es mag sein das dieser Spruch ein wenig aus der Mode gekommen ist, hier und heute feiert er seine Rückkehr. Im letzten Teil geht es um 48 Stunden auf der indonesischen Insel Java. Let´s go! Die Weiterreise nach Surabaya: Startet realtiv früh mit dem privaten Transfer um 6:15, für die 20 minütige Fahrt, welche die […]

Review: Chateau Talbot 2015

Das Weingut: Chateau Talbot verfügt mit 100 Hektar Rebenfläche, auf denen vornehmlich Rotwein angebaut wird. Innerhalb des Bordeaux nennt sich die Appellation Saint Julien, die Rebstöcke sind mit durchschnittlich 50 Jahren für die Region nicht unbedingt alt, das Gut ist klassifiziert nach dem Maßstab von 1855 als 4. Lage und der Wein ist ein Grand Cru Classé. Hauptanteil des Cuveé […]

Singapore Airlines Flug 922 & 923

Mit der 5 Sterne Airline geht es nach Surabaya in Indonesien. Durch die effizienten Ground Services ist noch Zeit für einen Loungebesuch an diesem „early morning“. Später am Gate wird klar nach Reiseklasse und Status aufgerufen und dies hat den Vorteil, daß man entspannter sich an seinem Sitzplatz einrichten kann. Flugzeug ist ein Airbus A 350-900, ein Typ den ich […]

Review: die Silverkris Lounge am Airport Changi

Ich erinnere mich sehr gern an die diversen Besuche bei SQ. Immer ein wenig Club-Lounge Format, obwohl sich dies mit dem Refresh mittlerweile auch ändert. So wurden in den vergangenen Jahren an die 30 Millionen Euro in die Hand genommen, was natürlich mit dem Ziel der Kundenzufriedenheit ein gutes Invest ist. Mit 210 Sitzplätzen ist es hier zu Stoßzeiten durchaus […]

Reise Review: Singapore & Surabaya – Teil 2

In Teil 2 und 3 des Reise-Review´s geht es unter anderem von Singapore nach Surabaya in Indonesien. Im Stadt-Staat leben knapp 6 Millionen Einwohner, vergleichbar mit Berlin und seinem Speckgürtel. Trotzdem geht alles sehr geordnet seinen Weg, ja nahezu gradlinig. Dies trifft interessanter Weise auf alle Bereiche des Lebens zu, von der Kriminalstatistik über den sehr gut organisierte Flughafen Changi. […]

Review: Das Conrad Hotel Singapore Marina Bay

5 Nächte wird das Conrad nahe der Marina Bay als Herberge fungieren. Das Hotel wurde 2017 generalüberholt, ist somit mit der aktuellen Einrichtung gerade einmal knappe 8 Jahre alt. Die Buchung erfolgte über den American Express, dem Reiseportal der Kreditkarte. Dies bringt einige Vorteile mit sich, neben einem kostenfreien Frühstück für 2, 100 US Dollar Kredit für evenuelle Ausgaben (Spa […]

Kategorien