Lounge Review: Japan Airlines First Class – Okinawa

Kick-off:

Auch die allerbesten Zeiten haben bekanntlich ein Ende. Schön wenn man es noch ein wenig hinausziehen kann, bei einer Reise fängt das in einer guten Airport Lounge an. Okinawa ist sicherlich eines der abgelegensten Gebiete die ich kennenlernen durfte. Japan begeistert, wer auf Kulinarik, Perfektion und Niveau steht, kommt mehrmals im Leben hierher.

Dieser Airport ist sicherlich auch schon ein paar Jahre alt, wie auch die Lounge, trotzdem wird weiterhin das Gefühl der Exklusivität hoch gehalten. Der Checkin-in funktioniert entspannt und es gibt einen Premium Bereich obwohl es nur ein inländischer Flug ist, weitab der Hubs Haneda und Narita. Zudem ist er effizient und freundlich. First Class Passagiere haben einen separaten Sicherheitscheck direkt bevor man den ruhigen Rückzugsort betritt. Ähnlich wie beim First Class Terminal der Lufthansa in Frankfurt, ist dies maximal entspannt und oft ohne Wartezeit verbunden, wie in meinem Fall. Im Anschluss erfolgt ein weiterer Boardingpass-check am Rezeptionsdesk und der Passagier biegt in die sogenannte Diamond Premier Lounge ab.

Seating/Food/Beverage/Facility

Es gibt viele Sitzmöglichkeiten, das Getränke-Angebot wird im Softdrink Bereich über Zapfstationen umgesetzt. Eine breite Auswahl zu Verfügung gestellter Eisteesorten, Kaffee, Wasser und natürlich auch diverse Biersorten, erweitern die Offerte. Beim Wein konzentriert man sich auf einen Riesling von der Mosel, der eine schöne Mineralität und in gewisser Weise auch die breitgefächerte cremige Fruchtpalette der Zitrus abbildet. Lieferant ist der Winzer Wiltinger von Volxhem und mit knapp 16 Euro im Retail ist es schon ein Tropfen der nicht mehr dem Preiseinstieg zugeordnet werden kann.

Der Sekt kommt aus Großbritannien-ja richtig gelesen. Ein Zip der doch überrascht, weil die klassischen Noten eines Champagner Cuvée hervorschmecken, also Chardonny, Pinot Noir und Pinot Meunier. Er überrascht mit einem guten Niveau am Gaumen und beim Geruch, vermutlich ist das Produkt der globalen Erderwärmung geschuldet. Lieferant ist Haus Rathfinnyestate, welches zwischen Rashford und Seaford unweit der Kanalküste liegt. Das man einen UK Wein im Ostchinesischen Meer, beziehungsweise in Japan serviert bekommt, ist eine faustdicke Überraschung. Der Rote ist dann wieder aus dem Weinland schlechthin, Frankreich. Etwas stumpf, jung und beim Blick auf das Etikett nicht verwunderlich, da ein 2022er Cote du Rhone, aus dem Hause der Familie Richaud. Die Essensauswahl ist dann meines Erachtens etwas minimalistisch und für meinen Geschmack zu wenig. Geringe Verfügbarkeit wechselt mit wenig Pflege des Buffet´s, um einen gewissen Warendruck und Ansehnlichkeit zu fördern. Die Produkte wie die 3 verschiedenen Riceballs sind abgegrast, obwohl die Hütte nicht voll ist. Im Suppen Warmhaltebecken, wo Miso und eine Sichuan-Style Soup vorgehalten werden, ist die Füllmenge eher „der letzte Tropfen“ als die volle Kanone. Das kann man in Japan doch erheblich besser bin ich der Meinung, gerade auch weil die Besuchsfrequenz an diesem Nachmittag nicht sonderlich hoch ist und es sich um ein Top-Line-Produkt handelt.

Die Stormversorung ist ein wenig in die Jahre gekommen, USB-C Ports sind Fehlanzeige und der klassische japanische Stecker ist so ziemlich das einzige für den Aufladeprozess der Elektrogeräte.

Wer sich vor dem Abflug noch frisch machen möchte der findet auch leider keine Dusche, was heute durchaus gewisser Standard ist.

Fazit:

Die Lounge in Okinawa weiss nicht zu 100% zu überzeugen. Ein Refresh konzeptioneller Art wäre wünschenswert und passt zweifelsohne zum Anspruch der Airline. Viel Erfolg!

Euer Christian

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