Verkehrsgastronomie in Singapore und Auckland

Verkehrsgastronomie in Singapore (Jewel) und Auckland International (airside)

Auf meiner Reise nach Neuseeland steht ein Zwischenstopp in Singapore an, das Ziel ist die vor 9 Monaten eingeweihte Mall „Jewel“. Sie ist direkt an alle Terminals angebunden – #convenient. Nach 12 Stunden Flug aus Europa ankommend, neigt man leicht dazu von einer  „positiven Reizüberflutung“ zu sprechen! Eine Mall von absoluter Weltklasse, ich tendiere dazu diese als „einzigartig“ zu bezeichnen! Angeblich wurde eine Fläche von fast 140.000 qm erschlossen, ich habe nicht nachgemessen, würde mich aber dazu leiten lassen dies als möglich zu erachten.

Für Passagiere die hier in Singapore ihre Reise antreten gibt es die Möglichkeit schon einzuchecken, ohne den Umweg in ein Terminal zu machen, um dann ganz ohne Gepäck das Einkaufserlebnis zu starten. #convenient (again)

Als erstes und von jedem level gut sichtbar ist der 40 m hohe Indoor Wasserfall mit bis zu 40.000 Litern Regenwasser -pro Minute (!) wohlgemerkt. Ab und an auch mit einer eingespielten Laser- und Lichtspiel Show ist er der absolute, zentrale Mittelpunkt. Quer durch fährt der Skytrain der die verschiedenen Terminals am Airport verbindet. Auf 10 Stockwerke verteilt, die kreisförmig um den Wasserfall und den Dschungel gebaut wurden, lassen Einkaufs- sowie eine Vielzahl an Food-Konzepten keine Wünsche offen. Da meine Zeit leider stark begrenzt ist, überflüssig zu sagen das ich noch einmal den Weg nach Singapore in der näheren Zukunft antreten werde, gönne ich mir einen Kaffee der wirklich neu in seiner Art der Präsentation daher kommt. Mit Zuckerwatte, die hängend über dem Heißgetränk installiert wird und durch die Wärme langsam in den Kaffee tropft. Somit erhält dieser Kaffee seine Süße „Stück für Stück“ und der zuschauende Konsument erhält gleichzeitig eine neue Inszenierung dieses Klassikers – da bleibt was hängen wie ich finde – mein Urteil: Top! Mit knapp 7 Euro ist das Produkt vermutlich nicht das Günstigste der Welt, aber was zählt ist zweifelsohne die Idee und die Operative Excellence. 60 % des Angebotes (Retail und F&B) ist völlig neu für Singapore, rund 280 Geschäfte, davon 30% Gastronomie bieten ausreichend Abwechslung. Das kulinarische Angebot umfasst die europäische, koreanische, kantonesische Küche oder lokale Köstlichkeiten, beispielsweise in Form von Dim Sums auf Sterne Niveau. Traditionell und mainstreamig wechseln auf hoher Frequenz und neben aller Exotik sind die  Angebote wie Burger/Hot Dogs – (Shake-Shack) oder Pizza nicht wegzudenken. Im obersten Stock mit seiner Hängebrücke und dem botanischen Garten reihen sich exotisches Barkonzepte ein, Lust auf ein hawaiianisches Craft Bier? Die Shangri-La Gruppe hat mit „Shang Social“ ihr erstes non-hotel-dining Restaurant mit 220 Sitzplätzen eröffnet.

Die Temperatur ist wie überall in Singapore subtropisch, was ich allerdings in Teilen schwierig in Sachen Verweildauer ansehe. Gegebenenfalls wurde die Kapazität der Klimaanlage zu gering ausgelegt, soweit diese überhaupt in Kombination mit dem tropischen Grünanteil gewünscht war? Da jeder Store über eine air-con verfügt ist davon auszugehen das für die Glaskuppel mit der integrierten und ausgeprägten Vegetation eine Klimaanlage sogar kontraproduktiv wäre. Dies passt auch zum Ansatz der Nachhaltigkeit welche eine wichtige Rolle bei den Planungen einnahm. So wird unter anderem, in diesem mit 1 Milliarde Baukosten geschätzten Objekt darauf geachtet das ein hoher Anteil an Regenwasser bei der Wasseraufbereitung immer wieder zum Einsatz kommt.

https://www.jewelchangiairport.com/

Von Neuseeland denkt man eigentlich bis heute immer noch in Teilen von langweiliger, wenig trendiger Gastronomie. Dies hat sich allerdings seit dem America´s Cup im Jahre 2000 grundlegend geändert und gerade Auckland ist heute eine internationale Großstadt mit Niveau. Das Land erfuhr und erfährt, nicht nur durch zahlreiche Hollywood Produktionen, trotz seiner entlegenen Lage in der Welt weiter einen ungebrochenen Boom. Daran wird auch nichts das seit Oktober 2019 eingeführte und kostenpflichtige Visum ändern. Vor meinem Rückflug verschaffe ich mir eine Übersicht über die „airside“ Gastronomie und statte einen kurzen Besuch der Air New Zealand Lounge ab. Auf über 2000 qm und mit 375 Sitzplätzen ist ein immer noch tragfähiges Loungekonzept entstanden, dass in Ansätzen der fortlaufende Digitalisierung sogar Schritt hält. So wird zum Beispiel der Kaffee via Touchpad bestellt, je Präferenz nach Stärke, Kaffeebohne und Milch- bzw. Milchersatz. Am Ende der Bestellung wird angezeigt wie lange für die Zubereitung benötigt wird, um dem Barista am Siebträger auch die Möglichkeit der konzentrierten Herstellung zu geben. Somit lässt sich Produktivität steigern! Die Auswahl zwischen „to go“ oder vor Ort trinken ist Bestandteil der Abfrage und selbstverständlich ist der Mitnahmebecher aus Weizengras und somit wiederverwertbar.

Auf dem Weg zum Gate durchläuft man neben dem Duty-Free auch den Foodcourt. Zur Auswahl stehen „Pacific Rim“ wie ich das einmal zusammenfassen würde. Ein Spiegelbild passend zum  Migranten background welcher doch so typisch für das Einwanderungsland Neuseeland ist. Burger, asiatische Köstlichkeiten, Pub mit Baratmosphäre und dem dazugehörenden Ale. Oder darf es eines der zahlreichen Kaffee Angebote sein? Für all diejenigen die es etwas gesünder mögen bietet das Brand „Tank“ vitaminreiche Säfte an oder bei „Wondertree“ lässt es sich nicht nur vegetarisch gut aushalten. Bei „Oma Artisan Bakery & Cafe“ gibt es aus der Inhaber geführter Traditionsbäckerei gut schmeckende Klassiker wie Croissants oder die „world famous in New Zealand“  Pie.

Im Vergleich zur „kulinarischen Hauptstadt der Welt“, dem Airport in Paris empfinde ich die „offer“ in Auckland, „dem letzten Winkel auf Erden“ durchaus konkurrenzfähig und innovativer.  Weitere Infos zum Angebot lassen sich gut recherchieren auf der Homepage des Flughafens:

https://www.aucklandairport.co.nz/eat-and-relax/food-directory

Fazit: An beiden Standorten lässt es sich sehr zeitgemäß ernähren und gleichzeitig erleben. Kulinarische Abwechslung ist gerade in Verbindung mit dem Reisen in den letzten 10 Jahren massiv aufgewertet worden. Bedauerlicher Weise muss man sagen das auch die Preise diese Aufwertung mitgemacht haben.

Die Mall in Singapore wird über Jahre Weltklasse in vielerlei Hinsicht bleiben.

Euer

Christian

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